Die Belsener Kapelle – geheimnisvoll und umstritten

Die Westfassade der Belsener Kapelle
Am Tympanon des Westportals (Foto: Jürgen Meyer, Belsen)

Nach einer alten Legende fiel früher jedes Jahr am 21. März und am 23. September das Licht der aufgehenden Sonne durch das Sonnenloch genau in den inneren Türbogen oberhalb des Eingangsportals und bildete dort ein Kreuz. Heute ist das Sonnenloch von außen verdeckt, so dass das Lichtphänomen nicht mehr direkt überprüft werden kann. Diese rätselhafte Lichtöffnung wurde zum Ausgangspunkt meiner Forschungen an der Belsener Kapelle.

Zur Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Legende traten weitere hinzu: Woher hatte der Erbauer der Belsener Kapelle das astronomische Wissen? Hat das Ganze einen tieferen Sinn? Besteht eine Beziehung zu den Steinreliefs an der Westfassade? ... Schließlich wurde ein Buch daraus.

Es soll nicht Aufgabe dieser Seite sein, den Inhalt des Buches zu rekapitulieren. Sie will dem Besucher vielmehr zunächst einen Überblick über das Thema verschaffen. Darüber hinaus ist sie – so ist der Titel zu verstehen – als Plattform für weitere Themenfelder angelegt, die nicht nur die Belsener Kapelle betreffen. Nach der Untersuchung über die Belsener Kapelle folgte eine intensive Beschäftigung mit den beiden Kirchen des Klosters Hirsau. Dieses Arbeitsgebiet weckte das Interesse an frühmittelalterlichen Bauten, konkret am Aachener Dom Karls des Großen und anderen karolingischen Kirchen. Die Analyse der Kirchengrundrisse wiederum führte auf das Maßwesen allgemein, mein jetziges Arbeitsgebiet.

Stefan Wintermantel

Gedruckte Publikationen:

Stefan Wintermantel: Die Belsener Kapelle, Mössingen, 2014.

Stefan Wintermantel: Der Grundriss von St. Aurelius in Hirsau, in: Einst & Heute. Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw, Calw, 2017/18, S. 91–102 (oder hier).

Stefan Wintermantel: Geometrie, Maß und Zahl an der Aachener Marienkirche Karls des Großen, an der karolingischen Abteikirche in Kornelimünster und an der Einhardsbasilika in Michelstadt-Steinbach, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 119/120, 2017/18, S. 51–194.